Bernhard Sommergruber - Psychotherapeut - 1010 Wien - Seitenstettengasse 5
Dann sind wir alle schwach. Stärke bedeutet sich auch helfen lassen zu können. Und außerdem: In der Psychotherapie leisten Sie ja nicht weniger Arbeit als die/der PsychotherapeutIn.
Ich kann Ihnen keine rezeptmäßigen Ratschläge geben. Ich kann Ihr Leben nicht richten. Denn ich würde vor Allzuwissenden oder gar Alleswissern warnen, denn diese herrschen dann über Ihr Leben. Und das wollen Sie im Endeffekt sicherlich nicht, auch wenn jedeR von uns sich immer wieder wünscht, daß einem jemand etwas abnimmt.
In erd-verbundenem Sinne bedeutet für mich ein Erfolg in der Psychotherapie, daß Sie "das" Problem erkennen, wir uns die Frage stellen, woher das Problem kommt (denn es gibt einen Grund). Also werden wir uns immer wieder fragen: Wie ist das jetzt? Wie war das in Ihrer Kindheit? Wenn wir das Problem "haben", haben Sie schon mehr in der Hand. Brauche ich es jetzt noch? Wann brauche ich es jetzt? So können wir Zusammenhänge erkennen und in der Folge damit wesentlich besser umgehen-
Manche Probleme lassen sich ganz "auflösen", andere lassen sich "integrieren" = sodaß Sie mit dem Problem umgehen können, ohne davon dauernd im Leben behindert zu werden.
Eine fundierte Psychotherapie, vor allem keine oberflächlichliche, sondern in die Tiefe gehende Psychotherapie, ist eine intensive und ziemlich kurze Zeit sich selbst anzuschauen, zu öffnen, zu bewegen. Das alles braucht Zeit und ist ein Prozeß. Es braucht Verläßlichkeit, Klarheit, Mut. Nicht dann und wann einmal.
Wenn Sie eine Wohnung renovieren, eine wahrlich einfachere Angelegenheit, werden Sie auch kontinuierlich arbeiten. Einmal pro Woche ist gar nicht so oft.
Es ist eine klar strukturierte Beziehung: Im Mittelpunkt stehen nicht Sie und ich, sondern Sie. Ich versuche, so gut als möglich, für Sie dazu sein, mich auf Sie zu konzentrieren - und eben nicht auf mich. Eine private Bezugsperson wird ganz normal immer auch große Eigeninteressen vertreten.
Mit Menschen, die Menschen sind.
Wenn Sie dieses Gefühl haben, kann ich Sie schon verstehen. Sie brauchen, wenn Sie zu mir kommen, keine Angst haben: Ich weiß schon, daß das Tun von Einzelnen schon auch fremdbestimmt ist. Wir sollten nur schauen, welche Fremdbestimmtheit läßt sich wirklich nicht ändern, welche aber schon!
Warum sollte ich? Mit fällt kein Grund ein.
Wenn Sie diese Angst oder dieses Gefühl haben: Ansprechen. Genauso werde ich es ansprechen, wenn ich glaube, daß Sie dieses Gefühl haben. Also: 1. Aha, es ist so. 2. Was ist in Ihrem Leben passiert, daß es so ist (Muß es so sein? Soll es so sein? Möchten Sie es so?) Und wir schauen uns an, was Sie, was ich in der Psychotherapie tun können, um diese Angst (wovor?) zu minimieren! - Und dieses Thema auch in der Psychotherapie eine Rolle spielt, werden wir uns es anschauen und versuchen damit umzugehen.
Es gibt Menschen, die so viel Angst haben und es in der Psychotherapie auch nicht anschauen können und weglaufen müssen, weil... - Aber mit ein bisschen Mut und Ausdauer werden wir schon zu dem Punkt kommen, wo Sie ein wenig durchatmen können.
Natürlich bin auch ich PsychotherapeutInnen (wie auch anderen Berufsgruppen) begegnet, die ich als ManipulatorIn erlebt habe. Aber Sie finden es selbst heraus, ob Ihr/e PsychotherapeutIn ein/e ManipulatorIn ist = sie/er will etwas gegen Ihren Willen durchsetzen. Das spüren Sie in der ersten oder in den Stunden danach.
Mit allen, außer ausgeprägter Alkohol- und Drogenproblematik, denn diese Krankheiten bedürfen einer speziellen Behandlung, wo klassische Psychotherapie alleine nicht ausreicht.
Ich höre Ihnen intensiv zu und ich versuche Sie möglichst gut in Ihrer Gesamtheit wahrzunehmen. Die Körpersprache unterstützt z.B. entweder Ihr Gesagtes oder widerspricht diesem. Dann werde ich Ihnen sagen: "Ich bin mir nicht sicher, ob das, was Sie gerade gesagt haben, nur so ist, oder ist es manchmal auch anders?" Ich werde meist nicht sagen: "Das was Sie gesagt haben, stimmt nicht!" Denn: Ich sehe es als meine Aufgabe als Psychotherapeut primär zu schauen, wie es für Sie ist? Und wie sollte ich meist oder sogar immer wissen, was bei Ihnen los ist? Mit solch einer Haltung, würde ich ja schlussendlich über Sie herrschen wollen. Sie wären dann klein und ich groß. Und ich will, daß Sie genau so groß da sitzen. Wenn ich zum Beispiel in einem Moment des Gespräches das Gefühl haben, daß Sie sich gerade selbst beschwindeln - was wir alle immer wieder machen -, dann werde ich es einmal nicht ansprechen, weil ich glaube, daß in diesem Moment gerade etwas anderes wichtig ist. Ein anderes Mal werde ich Ihnen meine andere Wahrnehmung geben. Und wir können es anschauen.
Siehe letzten Beitrag. Und:
Ich: Offenheit, Zuhören, Ehrlichkeit, klare Grenzen
Sie: möglichst große Offenheit, Ehrlichkeit.
Wir: Klare organisatorische Vereinbarungen, damit Sie einen sicheren Platz hier haben.